Mehr vom Meer – Dünen, Details und Vögel

Konnte natürlich jetzt nicht anders und habe meine Fotos der letzten Woche auf Texel inzwischen doch schon so ziemlich durch. Gibt zwar noch einige, aber da wiederholt sich dann – zumindest bei gleichzeitiger Präsentation – vielleicht doch zu viel.

Auch wenn es eigentlich die ganze Zeit um Vögel ging, war es fotografisch doch eine ziemlich abwechslungsreiche Woche. Und wäre das Wetter noch etwas öfter mit sonnigen Sonnenaufgängen gesegnet gewesen, wäre sogar noch etwas mehr Abwechslung drin gewesen. Ich schaue in deine Richtung Abreisetag. Da gab’s morgens sogar etwas Dunst in den Wäldern. Inklusive Sonne. Unpraktisches Timing… Aber von vorne.

Die ersten Tage verhielt sich das Wetter genau so, wie es nicht gemeldet war. Statt Dauersonne gab es Dauergrau. Der Fotosüchtler in mir wurde schon ziemlich unruhig. Aber wenn man da so am Strand entlang spaziert, stolpert man dann doch über das ein oder andere Motiv, das auch bei dem Wetter oder vielleicht eher gerade bei dem Wetter spannend ist. Wie dieser Austernfischer hier:



Fotografische Pläne hatte ich übrigens gar nicht so wirklich für den Urlaub. An sich war der Urlaub nämlich wirklich als Urlaub geplant und gar nicht so sehr als Fotourlaub. Hat natürlich nicht geklappt, wie auch wenn ich ganze zwei Rucksäcke voll Kamerazeugs dabei habe?

Ein Motiv hatte ich aber doch im Kopf. Eins, für das ich unbedingt einen sonnigen Sonnenuntergang gebraucht habe. Das war dann auch mit der Grund dafür, dass ich irgendwann etwas genervt vom Wetter war. Wie schon geschrieben: Dauergrau statt Sonne. Zum Glück hat sich das Wetter dann irgendwann entschieden sich doch noch an die Vorhersage zu halten und ich habe meinen Sonnenuntergang (nicht nur einen) so bekommen, wie ich ihn wollte.





Am Abend vorher hat’s der Sonnenuntergang dagegen nicht so ganz geschafft. Zumindest nicht so, wie ich es mir eigentlich erhofft hatte: Nämlich mit einer Sonne, die über einem ziemlich dunstfreien Himmel untergeht. War dann aber im Endeffekt gar nicht so schlimm. Bei DEN Dünen war ich sowieso nicht, dazu hatte der Hochnebel sich zu spontan entschieden sich aufzulösen. Für einen recht spontanen Ausflug zum Sonnenuntergang hat’s aber doch noch gereicht. War dann auch ganz okay im fast letzten Licht der untergehenden Sonne. Bewachsene Dünen haben ja auch was. Vor allem wenn der Vordergrund auch noch dazu passt.



Was am Meer natürlich auch nicht fehlen darf sind Detailaufnahmen. So Sand, also vor allem Massen von Sand, bieten sich da einfach an. Da ist es auch gar nicht unbedingt so wichtig, dass das Licht wirklich top ist. Wobei schaden tut’s auch dabei nicht. Aber es geht auch bei bedecktem Himmel oder knalligem Sonnenschein. Hat einfach was. Da könnte man sich vermutlich stundenlang austoben. Ich hab versucht mich zu beherrschen…





Der eigentliche Zweck des Urlaubs auf Texel war ja Vögel zu beobachten. Also wirklich beobachten. Fotografieren nicht so wirklich. Praktischerweise habe ich aber am Tag vor der Abreise doch noch meinen bestellten 1,4x Telekonverter bekommen. An sich wollte ich den ja hauptsächlich um ihn zusammen mit meinem 135mm f2.0 für Pflanzenfotos zu verwenden, wenn’s mal etwas mehr Brennweite sein soll. Zufälligerweise passt er aber auch gut an mein 150-600mm Tele. Und wenn aus 600mm f6.3 dann 840mm f9 werden, ist das zwar nicht sonderlich lichtstark, aber die Brennweite ist dann plötzlich doch nochmal was anderes. Und ich wäre ja schön blöd die Kombi dann nicht für Vögel zu verwenden… ;)

Und so habe ich dann was gemacht, was ich schon ewig nicht mehr gemacht habe. Vögel fotografiert. Dabei habe ich übrigens auch den Tier-AF meiner Panasonic S1 zu schätzen gelernt. Das hat schon was. Funktioniert auch ziemlich gut. Okay. Groß sind die Vögel nicht unbedingt auf meinen Fotos. Aber: It’s not a bug, it’s a feature! Zu sehen sind Sandregenpfeifer und Sanderlinge (oder so?) Alpenstrandläufer.





Am Anfang habe ich ja noch vom Wetter am Abreisetag geschrieben. Da hat sich dann so ein Vorteil der doch relativ kurzen Distanz von Urlaubs- zu Wohnort gezeigt: Spontan doch nochmal bei Sonnenaufgang fotografieren gehen am Abreisetag? Kein Problem. In Südfrankreich wäre ich vermutlich eher nicht auf die Idee gekommen. Weil ich wusste genau, dass ich mich hinterher ärgern würde, wenn ich die Sonne ungenutzt aufgehen lasse, bin ich also spontan nochmal ein paar Meter in die Dünen nebenan um zu schauen was so passiert. War dann nochmal ganz nett.







Muss wiederholt werden! Ich mag die Insel. Und ich denke da gibt es noch einiges zu fotografieren. Und Meer ist ja sowieso immer gut.

Als nächstes wird’s hier aber wohl mit typischem Frühling weitergehen. Die ersten Orchideen fangen gerade an zu blühen, noch sehr vereinzelt, aber doch. Dieses Jahr ist wohl alles etwas später dran? Mal sehen was das Wetter macht. Es wird Zeit für grüne Wälder im Nebel!

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10 Kommentare zu “Mehr vom Meer – Dünen, Details und Vögel”

  1. Britta hat geschrieben:

    Hi Felix,

    ans Meer, nur um Vögel zu beobachten, mit der Kamera im Gepäck? :-D Das geht doch gar nicht … wie man unschwer an deinen Fotos sehen kann. Von dem schlechten Wetter sieht man übrigens auch nichts.

    Ich mag die Bilder mit den Strukturen, die du im Sand einfangen hast.
    Das Hochkantfoto von dem Sonnenuntergang ist auch genial mit den kleinen, feinen Gräsern im Vordergrund. Ach … eigentlich sind alle Fotos schön! Das sieht nach ein paar gelungenen Urlaubstagen aus! Das hat sich gelohnt!

    Viele Grüße
    Britta

  2. Felix hat geschrieben:

    Hey Britta,

    ja. Komisch, oder? ;)

    Das schlechte Wetter war übrigens gut um dann wirklich einfach nur Vögel zu beobachten. Das hat wirklich Spaß gemacht. Wie sich’s gehört ist natürlich jede Sichtung dokumentiert worden: https://felixwesch.de/temp/voegel_texel.jpg
    Vermutlich amüsant für Leute, die das wirklich ernsthaft als Hobby machen. ;)

    Freut mich, dass dir die Fotos gefallen. Dankeschön! Mein Favorit ist aktuell eines der Dünenfotos nach Sonnenuntergang. Ich glaub das hier: https://felixwesch.de/galerie/n4421-g.jpg

    Viele Grüße,
    Felix

  3. Alban Fenle hat geschrieben:

    Am Meer kann ich auch stundenlang verbringen, und die Muster im Sand liebe ich ebenso. Meine Bilder vom Urlaub in Portugal im letzten Jahr warten immer noch darauf, bearbeitet zu werden. Ich glaube, ich habe mich noch nicht daran gemacht, weil es einfach so viele waren.
    Dein Favorit ist auch der meinige, das sanfte Magenta mit dem schönen Himmel und die geschwungene Linie in der Bildmitte kommen sehr gut an, aber die beiden minimalistischen Bilder mit den Wellen im Sand, vor allem das mit dem blauen Himmel sprechen mich auch sehr an.

    Beim ersten Bild mit dem Austernfischer habe ich mich gefragt, ob mein Bildschirm nicht gut genug ist, oder ob die weißen Flächen wirklich überbelichtet sind. Hab es heruntergeladen und ja, das Histogramm sagt, es ist viel Weiß dabei. Du wolltest vor allem den Vogel freistellen? Konntest du oder wolltest du nicht näher heranzoomen?

  4. Britta hat geschrieben:

    Wow, da hat dir die Texeler Vogelwelt ganz schön was geboten. Bei einigen (Bluthänfling, Rotschenkel) musste ich erst einmal googlen. Schon enorm, wie sich die Fauna (aber auch Flora) verändert, wenn man ein paar Kilometer fährt.

    War vorletztes Jahr im Recker Moor (Norddeutschland) und bin da nur noch mit dem Handy rumgeflitzt, weil ich weder Gezwitscher noch Vogelarten zuordnen konnte.

    Nun, dann hast du noch genau 336 weitere Vogelarten, die du in Zukunft auf Texel entdecken kannst.

    Ja, auch das Bild mit dem zarten Himmel ist schön. Ein typischer „Felix“!

    Grüßle
    Britta

  5. Felix hat geschrieben:

    Hey!

    @Alban:
    Oha, wie kriegst du das denn hin, Fotos so lange unbearbeitet lassen? Das wäre für mich ja fast schon Folter. ;)

    Zum ersten Foto:

    Ich bin ziemlich sicher, dass es nicht an deinem Monitor liegt. Ich mag’s einfach (manchmal) so hell. Wobei es an sich keine Bereiche im Foto gibt, die wirklich komplett “ausgefressen” sind. Es kratzt aber großflächig haarscharf am kompletten Weiß. Hat mir einfach so hell gut gefallen, war eh eine eher kontrastarme Aufnahmesituation an dem komplett bedeckten und windigen Tag.

    Ich konnte in der Situation mit der kleinen Wasserfläche davor nicht näher ran. Also theoretisch schon, praktisch war der Austernfischer aber die ganze Zeit in Bewegung und lief dann leider aus der Reflektion raus.

    Wobei ich das in dem Fall ganz gut fand, vermutlich hätte ich es zumindest auch ähnlich aufgenommen, wenn ich näher ran gekonnt hätte. Mehr Brennweite ging auch nicht, war schon bei 600mm + 1,4x Telekonverter. Sowieso schon eher grenzwertig bei der Entfernung.

    Danke dir für deinen Kommentar! :)

    ====================

    @Britta:
    Ja, das war echt nett. Für die Vögel praktisch ist es, dass es abseits von Vögeln kaum Tiere hat. Vor allem keine wirklichen Feinde. Keine Füchse vor allem… Dabei wären die auf Dünen sicher auch fotogen. ;)

    Welche App verwendest du zur Vogelerkennung? Merlin? Ich finde das ja faszinierend was die Programme alles erkenne. Macht auch richtig Spaß.

    Ich wette bis ich die 336 zusätzlichen Vogelarten gefunden habe, gibt’s schon wieder paar neue. :P

    Viele Grüße,
    Felix

  6. Britta hat geschrieben:

    Für die Füchse gibt es ja die andere bekannte Stelle in den Dünen der Niederlanden. ;-)

    Meine App “Die Vogel App!” erfordert aktive Mitarbeit: Erst gucken, dann raten, versuchen zu bestimmen und erst dann bekommste einen gezwitschert. Nichts für Menschen, die sich ernsthaft damit befassen. Für mich reicht es, um nicht dumm zu sterben.

  7. Alban Fenle hat geschrieben:

    Warum ich meine Bilder vom Urlaub in Portugal noch nicht bearbeitet habe, hat wohl mehrere Gründe. Manchmal überfordert mich die schiere Menge an Fotos. Dann gehe ich laufend raus und es kommt ständig neues Material nach. Mit Beruf und Partnerschaft habe ich auch nur begrenzt Zeit. Meine Webseite verschlingt auch viel Zeit und ich denke, ich bin nicht der Fotograf, der so hingebungsvoll sich bestimmte fotografische Ziele setzt und diese dann auch aufsucht, wie du es vielleicht bist. Berge interessieren mich wohl mehr, aber es gibt auch Ordner von Bergtouren, die ich auch noch nicht bearbeitet habe, die schon länger zurück liegen -hm… Ich gehe viel in die Berge und die Natur und nehme meine Kamera mit. Es ist ein Prozess und das, was ich wirklich will mit meiner Fotografie, ist wohl noch nicht ganz klar.

    Ich kann deine genannten Gründe für die Wahl deines Motivs und die Art deiner Aufnahme gut nachvollziehen. Danke.

  8. Frauke hat geschrieben:

    Welcome back Felix !

    Urlaub ohne Fotografieren … *lol* und dann bei dem ganzen mitgeschleiften Geraffel. ;-)

    Es freut mich, dass du auch Tiere mitgebracht hast. Ich mag zwar deine Landschaftsaufnahmen sehr, aber so als bekennende Naturfotografin mit Schwerpunkt Tiere freue ich mich darüber tatsächlich noch mehr.

    Hatte insgeheim gehofft, dass dir ein Fasan vor die Linse läuft. Die soll es dort ja reichlich geben, habe ich mal gelesen. Aber deine typischen Meeresvögel sind auch sehr schön. :-)

    Auf jeden Fall machen deine Fotos Lust auf Urlaub. :-)

    LG Frauke

  9. Felix hat geschrieben:

    Hey wieder,

    @Britta:

    Oh, kenne ich nicht die Stelle. Vermutlich aber leicht zu finden wenn man Google bemüht. Aber wenn das so bekannt ist, fehlt vielleicht dann was beim Fotografieren. :P

    Ein App mit aktiver Mitarbeit? Klingt ja schrecklich! Muss ich mir aber trotzdem mal anschauen. Da lernt man dann vielleicht auch mehr. Gerade bei den Gezwitschererkennapps vergesse ich schnell wieder alles. Außer bei ganz markanten Tönen…

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    @Alban:

    Das mit der Menge, die überfordert kann ich gut nachvollziehen. Hatte ich jetzt nach der einen Woche auf Texel auch, dabei waren das nicht mal so viele “richtige” Fotos. Habe am Anfang chaotisch angefangen alles durchzuschauen und wollte bearbeiten. Das war dann irgendwie auch nichts. Hab mich dann durchgerungen es einfach chronologisch anzugehen, dann ging’s.

    Berge! Ah, die interessieren mich auch, fotografisch vor allem. Aber irgendwie wohne ich immer zu weit davon entfernt. Und als ich näher dran war, damals in Wien, war ich irgendwie nicht mobil genug… Naja. Aber rausgehen und fotografieren ist doch eh perfekt. Bist glaub ich eindeutig keine Ausnahme. Man nimmt die Natur ja auch ganz anders wahr, wenn man auf Motivsuche ist. Das alleine ist ja auch schon was, selbst wenn man die Fotos dann gar nicht oder erst irgendwann bearbeitet.

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    @Frauke:

    Hallo wieder! Ich habe aber echt schon Urlaub ohne Fotografieren (naja, mit Handy, das gilt aber nicht ;) ) gemacht! Ganz ehrlich. Aber ja, also wenn es auch nur irgendwie bisschen was mit Natur zu tun hat, geht das wohl eher nicht. Ich bin zu süchtig. ;)

    Fasane habe ich viele gesehen. Gab eindeutig keinen Mangel daran. Aber fotografisch waren sie großteils nicht so der Bringer. Eins kommt nachher im Mittwochsvideo. Das ist aber, naja, etwas experimentell? Quasi aus der Not eine Tugend gemacht.

    Ich habe jetzt erstmal Lust auf Frühling. Frischgrüne Wälder, nassen Nebel und blühende Orchideen. Letzteres geht ja so ganz langsam endlich los. Aber bis da richtig was blüht, also in der Kalkeifel wo ich immer bin, dauert es sicher noch ein oder zwei Wochen. Hoffentlich ist das Gras bis dahin noch nicht zu hoch.

    Danach bin ich dann aber auch bereit für “Urlaub”. ;)

    Viele Grüße,
    Felix

  10. Frauke hat geschrieben:

    Ja, das mit dem Gras könnte da echt ein Problem sein. Das wächst da ja reichlich und bei dem feuchten Wetter wohl wie die Hölle.

    Wir werden sehen. :-)

    LG Frauke