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Zurück von der Ostsee

Donnerstag, Mai 30th, 2024

Da bin ich wieder und ich bin ja überrascht, dass sich hier noch nicht spontan ein Regenwald der gemäßigten Breiten gebildet hat. Aber das ist ein anderes Thema. Also ich bin zurück. War ein paar Tage an der Ostsee bzw. an den Boddengewässern rund um den Darß. Das ist nun eindeutig nicht die schlechteste Umgebung für Naturfotografie, allerdings hatte ich keinen echten Plan was ich denn fotografieren will. Die Idee war: Einfach mal schauen und Urlaub machen…

Gleich am ersten Abend gab’s einen netten Gewitteraufzug überm Boddengewässer. Ein gern gesehenes Motiv. Sehe ich hier in Bonn sowieso viel zu selten. Was vor allem daran liegt, dass sich mein Interesse Gewitter zu fotografieren antiproportional zur Menge an störenden Zivilisationsspuren entwickelt. Und weil hübsche Gewitterwolken meistens recht viel Weitwinkel brauchen… Nun ja!



Ab jetzt gibt’s hier keine chronologische Ordnung mehr, sondern pures Chaos. Habe sowieso den Überblick verloren was ich wann gemacht und fotografiert habe. ;)

An einem Morgen, ich glaub es war ein Morgen, an dem ich dachte, dass ich es mal bei Sonnenaufgang – der ist übrigens echt früh dort oben rechts auf der Karte – mit dem Wald probiere (zum Wald dann später hier im Beitrag mehr) und vor Ort dann entschieden habe, dass das nicht funktionieren wird und bei den Bedingungen auch niemals funktionieren kann, bin ich dann weiter Richtung Meer geradelt.

Während ich dann dort so den Hirschen beim Rumhirschen zugeschaut habe (auch dazu später mehr) und meinen Blick immer mal wieder über die Landschaft habe schweifen lassen, ist mir dieser nette Fuchs aufgefallen, der in der Ferne im Gegenlicht über eine Sandbank spaziert ist. Hat wohl nach essbarem gesucht. Irgendwelche angeschwemmten Dinge. Eine Szene genau nach meinem Geschmack.



Etwas früher am selben Morgen und als ich genau dasselbe gemacht habe, nämlich schauen was sich so tut abseits der Hirsche, hat mir auch diese Szene hier sehr gut gefallen. Nette Nebelschwaden über der Landschaft, cooles Licht, nette Bäume, ein Graureiher – der in die falsche Richtung spaziert – und überhaupt, genau meine Stimmung.



Und damit jetzt eine kurze Runde in den Wald. Ohne Wald geht’s einfach nicht. Vor allem dann, wenn der Wald so edel ist wie dort am Darß. Es geht doch – abgesehen natürlich von Birkenwäldern – einfach nichts über Erlenbruchwälder.

Das ist schon einfach faszinierend. Nicht nur weil die Anzahl an Stechmücken um dieses Jahreszeit einfach nur abartig ist, sondern vor allem deshalb, weil so ein Wald so richtig ursprünglich und wild wirkt. Fotografisch war’s allerdings ein bisschen der Endgegner. Wobei welcher Wald ist das nicht, wenn es keinen Nebel hat? Und den hatte ich leider nicht. Dabei bestanden sogar Chancen. Die Voraussetzungen hätten eindeutig schlechter sein können. Gab aber einfach keinen Nebel wo ich ihn gebraucht hätte. Ich hab’s trotzdem probiert und ein paar Fotos gemacht, die zumindest für den Blog dann doch gut genug sind. ;)







Ach ja, und weil der Kiefernwald teilweise auch ganz hübsch war und obwohl der Kiefernwald auch von Nebel und vor allem von Licht profitiert hätte, habe ich auch den dann nicht einfach links liegen lassen können.



Und damit wieder zum Meer! Zum Baden war’s noch nicht so richtig geeignet, aber fotografisch lässt sich bei Sonnenuntergang ja immer was machen. Vor allem wenn man sich auf Details konzentriert und/oder mit etwas längeren Belichtungszeiten rumspielt. Farblich auf jeden Fall sehr interessant. Sieht zwar alles recht ähnlich aus, aber was das betrifft, bin ich ja dank Birkenwaldsucht sowieso geübt. Also Meer!











Die Hirsche wurden ja schon erwähnt. Der Darß ist ja vor allem im Herbst richtiggehend überrannt von mehr oder weniger ambitionierten und motivierten Fotografen auf der Suche nach dem röhrenden Hirsch im Nebel bei Sonnenaufgang und so. Im Frühling hat’s die Hirsche natürlich auch.

Ich bin mir nicht so sicher ob ich ein kompletter Banause bin, aber ein Hirsch ohne Geweih ist einfach nicht so cool wie einer mit Geweih. Der Vergleich passt vielleicht nicht ganz, aber so ein bisschen ist das wie eine blühende vs. eine nicht blühende Orchidee. Vielleicht nicht ganz, aber fast.

Wenn man halt weiß, dass da theoretisch jetzt auch Fotos mit Geweihträgern entstehen könnten (also später im Jahr), dann wirkt es geweihlos einfach ein bisschen halb. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem und es ist auf jeden Fall ein Erlebnis.







Steine kann man übrigens auch fotografieren am Strand. Das macht auch Spaß. Da sucht man sich einfach einen dunklen Stein am Ufer, dort wo das Meer gerade noch Wellen hinwirft und wartet im Sonnenuntergang darauf, dass das letzte Licht und die Wellen in Kombination irgendwelche Dinge machen.



Als ob das mit den Hirschen jetzt nicht schon genug Wildlife gewesen wäre für meine Verhältnisse, kommen jetzt noch die ersten Vögel dazu. Schwalben sind doch einfach fotogene und dankbare Motive. Vor allem wenn sie sich so einfach fotografieren lassen, dass man sie wirklich im Detail erkennt. Und sie schauen auch so nett.





Nicht ganz so nett finde ich ja meistens Wildschweine. Vielleicht wäre es genauer zu schreiben: Nicht so ganz nett fand ich ja meistens Wildschweine. Seit dem Umzug von Marburg a. d. Lahn nach Bonn hat sich das ja so ein bisschen geändert. Die Aggroschweine damals in Marburg sind mir hier in Bonn noch nicht begegnet. Im Gegenteil, die waren immer recht sympathisch hier bei den doch eher seltenen Begegnungen.

Am Darß scheinen die Schweine auch von der gemütlichen Sorte zu sein. Hatte die ganze Zeit keine einzige ungute Begegnung, dabei hätte es mehr als genug Gelegenheiten gegeben. Gelegenheiten sie zu fotografieren gab es allerdings nicht so viele. Wildschweinfotografie ist aber auch jetzt nicht unbedingt eine Sache, die ich in meiner Zeit dort oben an der Ostsee irgendwie forciert hätte. Ein Foto habe ich trotzdem machen können. Inklusive “Oh-sind-die-süß”-Frischlingen.



Das ich Kiefern auch mag, hat man ja vermutlich schon gemerkt hier im Blog. Diese Gruppe fand ich auch ganz hübsch. So hübsch, dass ich sie auch ohne Licht fotografieren musste. Wäre sicher auch mal ein Motiv für bessere Bedingungen. Wie so vieles dort in der Gegend.



Das eigentliche Highlight der Tage an der Ostsee waren für mich weder Wälder, noch Hirsche, noch das Meer. Vögel waren es! Ich habe diese netten Sandregenpfeifer ja letztes Jahr auf Texel schon fotografieren dürfen. Dieses Jahr hat’s wieder geklappt! Der hier ist allerdings erstmal kein Sandregenpfeifer, sondern ein Flussregenpfeifer.



Noch spannender als der Flussregenpfeifer waren dann tatsächlich diese beiden Sandregenpfeifer am letzten Abend bei Sonnenuntergang. Das war einfach nur nett zu beobachten wie die beiden fleißig dabei waren frischen Nachwuchs zu produzieren. Ich war so fasziniert von dem ganzen Geschehen, dass ich sogar irgendwann wohl einfach nicht mehr daran gedacht habe mein Supertelezoom voll bis zum Anschlag auszunutzen. Faszinierend! Bester Abend seit Langem!









Eine nette Zeit war’s. Dafür, dass ich mehr oder weniger planlos unterwegs war und die Pläne immer erst recht spontan entstanden sind, bin ich eindeutig glücklich mit dem Erlebten und den Fotos. Wobei gerade mit dem Wald, da geht sicher noch mehr. Wenn die Gegend nicht gar so weit entfernt wäre, wüsste ich was ich demnächst wieder machen würde… ;)

Jetzt bin ich allerdings erstmal gespannt was sich hier so getan hat in der Natur. Wie riesig das Farn im Birkenwald inzwischen wohl ist? Ob die Roten Waldvöglein kooperativ sind? Mache ich dieses Jahr vielleicht endlich ein nettes Foto einer Breitblättrigen Stendelwurz? Mal sehen…

Nicht wirklich fotografieren an der Ostsee

Freitag, Oktober 4th, 2019

Wieder zurück in Marburg. Nach der langen Radtour von Hamburg bis Stralsund… Also nein. Nach der geplanten langen Radtour von Hamburg bis Stralsund. Aber bei angekündigtem (und wirklich gekommenem) Sturm und doch eher viel Regen wäre das dann doch nicht so der Knaller gewesen. Also spontan am Tag vor der geplanten Zugfahrt (inkl. Fahrrädern) noch umgeplant und das Auto als Fahrrad genutzt. Die Route war durch die gebuchten Übernachtungen schon vorgegeben. Und so gab es dann trotz zwischenzeitlich echt richtig geil schlechtem Wetter viel zu sehen.

Weil mich Kultur zumindest fotografisch nicht wirklich, also gar nicht, interessiert, hier jetzt ein paar Naturimpressionen. Ist ja nun mal auch so, dass Urlaub halt Urlaub ist. Und Urlaub und (“richtig”) Fotografieren passen für mich einfach nicht so ganz zusammen.

Am Meer dann angekommen, habe ich mich ein bisschen mit einer Möwe beschäftigt. Sind ja auch coole Vögel irgendwie. Bin sicher, dass ich, wenn ich selber direkt am Meer leben würde, verdammt viele Aufnahmen von ihnen machen würde:





Auch in Zingst waren praktischerweise (oh Zufall) zwei Übernachtungen eingeplant. Abgesehen davon, dass die Stadt der Ort sehr cool ist, weil es wohl immer irgendwelche interessanten Fotoausstellungen zu finden gibt, ist die Umgebung dort ziemlich spannend. Gerade im Herbst kann man vermutlich nicht keine Kraniche erleben. Das (gescheite) Fotografieren von Kranichen dagegen ist nicht so einfach. Vielleicht einfacher wenn man sich etwas besser auskennt. Aber egal, den abendlichen Einflug zu den Schlafplätzen muss man einmal erlebt haben. Wirklich.

Und dann sind da ja im Herbst auch noch die Hirsche. Auch nicht ganz unspannend. Und auch so eine Sache, die man einmal erlebt haben muss. Und tja, auch so eine Sache, die sicher deutlich besser geht, wenn man sich gut auskennt. Insgesamt fand ich es auf jeden Fall faszinierend, was für eine Materialschlacht das ist. Lauter sehr männliche Kameras und Objektive… ;)

Da steht man da so mitten in einer riesigen Gruppe von Stativen mit dicken Kameras und Objektiven rum und wartet hinter einer Absperrung darauf, dass ein Hirsch vorbeigeht. Dann gibt es plötzlich Dauerfeuer, der Hirsch schaut blöd und dann ist wieder Stille. Und jeder hat dann genau das gleiche Foto aus der gleichen Höhe und vermutlich mit ziemlich genau der gleichen Brennweite gemacht (so war es zumindest in meiner Erinnerung ;) ). Aber gut, ich mein, das Erlebnis ist schon cool. Und wieso dann nicht auch gleich noch ein paar Fotos machen?

Ich habe ja jetzt nicht so viel Brennweite, deshalb ist mein Hirsch recht klein… Hier noch vier Fotos, die um Zingst rum entstanden sind:









Ich für meinen Teil habe jedenfalls entschieden, dass die Gegend so gut ist, dass ich wieder dort hin muss. Jetzt heißt es aber fürs Erste wieder: Wald, Nebel, Pilze und Schwäne! In meiner Abwesenheit hat es jedenfalls genug geregnet. Bin gespannt was hier so los ist. Und die Ostsee läuft ja nicht davon…

OSTSEE

Dienstag, Februar 28th, 2017

Die letzten paar Tage habe ich an der Ostsee verbracht. Fotografische Ambitionen hatte ich nicht so wirklich. Dazu war weder das Wetter richtig geeignet noch wusste ich so genau was ich eigentlich tun könnte. Allerdings hatte ich ein Vorhaben: Nachdem ich die Höckerschwäne hier ja irgendwie schon ziemlich mag wollte ich endlich mal ihre (für mich) hübscheren Verwandten sehen: Singschwäne! Und das hat auch geklappt (hier das Beweisfoto!). Man kann das, was sie an Geräuschen von sich geben zwar nur mit viel Fantasie als Gesang bezeichnen, aber im Vergleich zu den Höckerschwänen sind sie eindeutig musikalischer. Kraniche gab es auch ein paar, aber für die war’s wohl noch etwas zu früh. Achja, und Seeadler… Coole Gegend einfach.

Zwei Fotos habe ich jetzt trotzdem noch:





Morgen fängt der Frühling an! Die letzten Tage hat es ja sogar mal spürbar geregnet. Die Dürre ist zwar noch lange nicht vorbei, aber zumindest geht’s mal in die richtige Richtung. Wäre an sich auch langsam an der Zeit für ein paar Frühblüherfotos. Mal sehen was sich da machen lässt.